„Bachelor welcome“

Datum: 13.12.2010

Das ernährungswissenschaftliche Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena war, wie geplant, eines der Letzten, welches im Zuge der Bologna-Erklärung 1999 zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraumes die Umstellung des Hochschulabschlusses vom Diplom zum Bachelor vollzogen hat.

Im Wintersemester 2009/10 wurden die ersten Studenten und Studentinnen für den Studiengang Ernährungswissenschaften mit dem Abschluss Bachelor of Science (B.Sc.) immatrikuliert. Im Zuge der damit verbundenen Umstrukturierung des Studienganges gibt es einige Neuerungen, die auch viele „Diplomer“ interessieren dürfte.

Wie gliedert sich der "neue" Studiengang?

Die Regelstudienzeit beträgt, einschließlich der Zeit für die Bachelorarbeit, 3 Jahre, wobei die ersten beiden Jahre, wie im Diplomstudiengang, das Grundstudium darstellen.

Im ersten Studienjahr werden allgemeine naturwissenschaftliche Grundlagen in den Fächern Chemie, Physik, Zell- und Molekularbiologie, Genetik, Zoologie/Botanik und Biomathematik vermittelt. Das zweite Studienjahr lehrt fachspezifische Inhalte der Ernährungswissenschaften wie Ernährungsphysiologie, Humanernährung, Biochemie der Ernährung, Ernährungstoxikologie sowie Lebensmittelchemie. Das bisherige Hauptstudium über 4 Semester mit anschließender Abschlussarbeit, in dem ausschließlich dafür vorgesehenen letzten Semester, gibt es so nicht mehr. Stattdessen wird im 3., und zugleich letzten, Studienjahr ein sogenanntes Aufbaustudium vollzogen, in dem man neben Grundmodulen zusätzliche Aufbaumodule wählt und parallel im 6. Semester innerhalb von 7 Wochen die Bachelorarbeit anfertigt. Die Grundmodule sind Ernährungsphysiologie, Humanernährung, Lebensmittelchemie und Lebensmitteltechnologie. Die Breite an Möglichkeiten für Wahlmodule hat zugenommen. So können die Studenten aus ca. 20 Verschiedenen wählen. Grob lassen sie sich in 3 Vertiefungsrichtungen gliedern: Beratung/Lehre, Wirtschaft und Forschung. Industriepraktika werden nun als Aufbaumodul angeboten, d.h. sie müssen nicht mehr zwangsläufig absolviert werden. Mit 8 Wochen Gesamtpraktika, anstatt 12 Wochen im Diplomstudiengang, ist das Modul abgeschlossen.
 
Mit dem Abschluss Bachelor of Science eröffnen sich verschiedene Wege. Nach 3 Studienjahren wird ein schneller und direkter Einstieg in die Berufstätigkeit ermöglicht oder man entscheidet sich für eine weiterführende Ausbildung, meist den Masterstudiengang. Vom Institut für Ernährungswissenschaften in Jena wird ein Master of Molecular Nutrition angeboten.

Voraussetzung nach dem Bachelor in Jena auch den neuen Masterstudiengang belegen zu können, ist eine Vertiefung im Bereich einer experimentellen naturwissenschaftlichen Vertiefung im 3. Studienjahr. Voraussichtlich werden ein Drittel bis die Hälfte der 2009/10 in Jena immatrikulierten Studenten und Studentinnen die Chance auf einen Masterstudienplatz für Molecular Nutrition erhalten. Dieser Studiengang wird wahrscheinlich zu Teilen in englischer Sprache unterrichtet werden. Die Schwerpunkte des Master of Molecular Nutrition liegen  in der Forschung, so Professor Dr. Stefan Lorkowski (Biochemie der Ernährung). Hierbei stehen die verschiedenen am IEW vorhandenen Forschungsschwerpunkte im Vordergrund, die sich unter anderem mit Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes und Arteriosklerose aber auch anderen ernährungsrelevanten Fragestellungen beschäftigen und pathobiochemische Zusammenhänge untersuchen.

So langsam kommen die Bachelorabsolventen auf dem Markt an!

Eine Studie der Uni Kassel kommt zu dem Entschluss, das Ernährungswissenschaftler B. Sc. im Schnitt gleich viel verdienen wie die früheren Diplomabsolventen. Schwieriger sieht es für all diejenigen aus, die in der Forschung tätig sein oder eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen wollen. Hier scheint ein Masterabschluss und evtl. eine anschließende Promotion weiterhin unerlässlich, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können.

Für Viele ein klarer Vorteil ist die Zweiteilung bis zu einem Abschluss, der dem Diplom ähnelt, aus ganz verschiedenen Gründen. Man kann nicht nur sein Gelerntes aus dem Bachelor vertiefen, sondern den Master in einem ganz anderen Fachbereich wählen und bis dato nur schwer realisierbare Kombinationen an Qualifikationen erlangen. Eine Grundidee der Bologna-Reform, den deutschen Abschluss international anzugleichen, zahlt sich aus, wenn der weiterführende Abschluss Master um einiges einfacher als bisher im Ausland zu erhalten ist. Für Andere ist es reizvoll vom Studium zu pausieren, in dem sie Berufserfahrung sammeln oder ins Ausland gehen.

Dank der intensiven Arbeit im Institut hat sich der Bachelor of Science Ernährungswissenschaft nun schon im 2. Immatrikulationsjahrgang erfolgreich etabliert. Es wird nun mehr Selbstständigkeit der Studenten verlangt, aber auch die zahlt sich aus.

(studentische Untergruppe)


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